Glossar / Break-even-Punkt
Break-even-Punkt
Der Break-even-Punkt (Gewinnschwelle) ist die Menge oder der Umsatz, ab dem die Erlöse alle Kosten decken. Darunter macht ein Unternehmen Verlust, darüber beginnt der Gewinn.
Was bedeutet Break-even-Punkt?
Der Break-even-Punkt, auch Gewinnschwelle genannt, zeigt Dir, wie viel Du verkaufen musst, damit sich ein Angebot, ein Produkt oder das ganze Unternehmen trägt. Er trennt die Verlustzone von der Gewinnzone. Die Break-even-Analyse ist ein Standardwerkzeug bei Gründung, Preisgestaltung und Investitionsentscheidungen und gehört in jeden Businessplan.
Die Berechnung beruht auf der Trennung in fixe und variable Kosten. Fixkosten fallen unabhängig von der Menge an, etwa Miete oder Schulung. Variable Kosten wachsen mit jeder verkauften Einheit.
So berechnest Du die Gewinnschwelle
Die Gewinnschwelle in Stück ergibt sich aus den Fixkosten geteilt durch den Deckungsbeitrag je Einheit. Der Deckungsbeitrag ist der Preis abzüglich der variablen Kosten. Möchtest Du den Umsatz wissen, teilst Du die Fixkosten durch die Deckungsbeitragsquote, also den Deckungsbeitrag geteilt durch den Preis.
Das Ergebnis ist nur so gut wie die Annahmen dahinter. Preise, Mengen und Kosten ändern sich, außerdem können Fixkosten stufenweise steigen, etwa wenn zusätzliches Personal nötig wird. Rechne deshalb mehrere Szenarien.
Worauf es in der Praxis ankommt
Nimm in die Fixkosten alle Positionen auf, auch Deinen eigenen Unternehmerlohn und Zinsen. Sonst fällt die Schwelle zu niedrig aus. Ob Personalkosten fix oder variabel sind, hängt davon ab, ob sich Arbeitszeit mit der Menge verändert. Beides ist eine Annahme, die Du offen legen solltest.
Die Gewinnschwelle sagt außerdem nichts über die Liquidität aus: Auch wenn sich ein Angebot rechnet, kann Geld früher abfließen, als es eingeht. Eine Liquiditätsplanung bleibt daher nötig.
Fiktives Beispiel: Eine Apotheke bietet eine Impfleistung an. Die Fixkosten betragen EUR 1.200,00 pro Jahr für Schulung und Material. Je Leistung erlöst sie EUR 11,00 netto, die Personalkosten je Leistung betragen EUR 7,00. Der Deckungsbeitrag liegt bei EUR 4,00. Die Gewinnschwelle ergibt sich aus EUR 1.200,00 geteilt durch EUR 4,00, also 300 Leistungen pro Jahr. Das entspricht einem Umsatz von EUR 3.300,00. Erst ab der 301. Leistung entsteht ein Gewinn aus dem Angebot.
Typische Fehler und Risiken
- Fixkosten werden unvollständig erfasst, etwa Unternehmerlohn, Zinsen oder Abschreibungen. Die Gewinnschwelle erscheint dann zu niedrig.
- Variable Kosten werden zu knapp angesetzt. Schon kleine Abweichungen beim Deckungsbeitrag verschieben die Schwelle deutlich.
- Sprungfixe Kosten bleiben unberücksichtigt, etwa zusätzliches Personal ab einer bestimmten Menge.
- Die Gewinnschwelle wird mit Liquidität verwechselt. Ein Angebot kann sich rechnen und trotzdem Geld binden, bevor Einnahmen fließen.
- Die Rechnung wird einmal erstellt und nicht fortgeschrieben. Preise, Mengen und Kosten ändern sich im Lauf der Zeit.
Häufige Fragen
Wie berechnet man den Break-even-Punkt?
Was sagt der Break-even-Punkt aus?
Welche Grenzen hat die Break-even-Analyse?
Wann eine Beratung sinnvoll ist
Eine Beratung ist sinnvoll, wenn Du ein neues Angebot einführst, eine Investition planst oder Deine Kostenstruktur nicht sicher einschätzen kannst. Dann lässt sich die Gewinnschwelle mit Deinen Zahlen und mehreren Szenarien berechnen.
Auch gesucht als: Gewinnschwelle, Break-even-Analyse · Rechtsstand: Oktober 2026, letzte Aktualisierung: 08.10.2026. Allgemeine Information, ersetzt keine Beratung im Einzelfall.