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Glossar / Businessplan

GLOSSAR · GRÜNDUNG & UNTERNEHMENSFÜHRUNG

Businessplan

Rechtsstand: Oktober 2026
von Steuerberater Sidney Nik, LL.M.

Ein Businessplan ist ein schriftliches Konzept, das Geschäftsidee, Markt, Organisation und Finanzplanung eines Unternehmens beschreibt. Er dient der Planung und der Überzeugung von Banken und Investoren.

Was bedeutet Businessplan?

Der Businessplan, auch Gründungsplan genannt, beschreibt, was Du vorhast und wie Du es finanzierst. Er ist für Dich ein Planungsinstrument und für Dritte wie Banken, Förderstellen oder Investoren die Grundlage ihrer Entscheidung. Eine gesetzliche Pflicht gibt es nicht. Bei Finanzierung und Förderung wird er in der Praxis aber fast immer verlangt.

Er zwingt Dich, Annahmen zu Kunden, Preisen und Kosten schriftlich zu prüfen, bevor Geld fließt. Schwachstellen werden so früh sichtbar.

Typische Bestandteile

Üblich sind eine Kurzzusammenfassung, Angaben zur Gründerperson, zur Geschäftsidee, zu Markt und Wettbewerb, zu Marketing und Vertrieb, zu Organisation und Rechtsform sowie zu Chancen und Risiken. Den Kern bildet der Finanzteil mit Kapitalbedarf, Umsatz- und Rentabilitätsvorschau und Liquiditätsplanung für mindestens die ersten Jahre. Meist gehört auch der Break-even-Punkt dazu.

Wichtig ist, dass die Zahlen nachvollziehbar hergeleitet sind: Wie viele Kunden brauchst Du, welcher Preis ist realistisch, welche Kosten fallen an?

Worauf es in der Praxis ankommt

Ein guter Businessplan ist kurz, konkret und realistisch. Zu optimistische Umsatzannahmen sind der häufigste Fehler. Plane lieber mehrere Varianten und eine Liquiditätsreserve für die Anlaufphase. Aktualisiere den Plan nach der Existenzgründung regelmäßig und vergleiche ihn mit den tatsächlichen Zahlen aus der Buchhaltung. So bleibt er ein Steuerungsinstrument und wird kein Papier für die Schublade.

Fiktives Beispiel: Eine Gründerin plant einen Online-Shop. Im Businessplan ermittelt sie einen Kapitalbedarf von EUR 45.000,00: EUR 20.000,00 für Erstausstattung und Website, EUR 15.000,00 für das Warenlager und EUR 10.000,00 als Reserve für die Anlaufverluste. Sie bringt EUR 15.000,00 Eigenmittel ein und beantragt EUR 30.000,00 Kredit. Die Bank prüft anhand der Liquiditätsplanung, ob Zins und Tilgung aus den geplanten Einnahmen bedient werden können.

Typische Fehler und Risiken

  • Die Umsatzannahmen sind zu optimistisch. Banken erkennen das häufig und stehen dem Plan dann skeptisch gegenüber.
  • Die Liquiditätsplanung fehlt oder ist zu grob. Ein profitables Konzept kann trotzdem an fehlendem Geld im Anlaufmonat scheitern.
  • Der eigene Unternehmerlohn und die Steuern sind in den Kosten nicht enthalten. Der Plan zeigt dann einen Gewinn, den es nicht gibt.
  • Der Plan wird einmal geschrieben und nie mit den tatsächlichen Zahlen verglichen.
  • Die Zahlen sind nicht belegt. Annahmen zu Preisen, Mengen und Kosten sollten nachvollziehbar hergeleitet sein.

Häufige Fragen

Muss ich einen Businessplan schreiben? ▼
Gesetzlich ist er nicht vorgeschrieben. Für Bankkredite, Fördermittel oder Investoren wird er in aller Regel verlangt. Aber auch ohne äußere Anforderung hilft er, Idee, Preise und Finanzierung vorab zu prüfen.
Was gehört in einen Businessplan? ▼
Die Kernpunkte sind Geschäftsidee, Gründerperson, Markt und Wettbewerb, Marketing, Organisation, Rechtsform sowie ein Finanzplan mit Kapitalbedarf, Rentabilitätsvorschau und Liquiditätsplanung. Je nach Empfänger kommen weitere Angaben hinzu, der Umfang richtet sich danach, wer den Plan liest und was er entscheiden soll.
Wie lang sollte ein Businessplan sein? ▼
So kurz wie möglich, so ausführlich wie nötig. Für viele Gründungen genügen einige Seiten Text plus Zahlenteil. Entscheidend ist nicht die Länge, sondern dass die Annahmen nachvollziehbar und überprüfbar sind. Eine Kurzfassung auf ein bis zwei Seiten hilft dem Leser zusätzlich.

Wann eine Beratung sinnvoll ist

Eine Beratung ist sinnvoll, wenn Du gründest, eine Finanzierung beantragst oder den Finanzteil Deines Plans belastbar machen willst. Dann lassen sich Kapitalbedarf, Rentabilität und Liquidität mit Deinen Zahlen durchrechnen.

Auch gesucht als: Gründungsplan · Rechtsstand: Oktober 2026, letzte Aktualisierung: 09.10.2026. Allgemeine Information, ersetzt keine Beratung im Einzelfall.

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Rechtsgrundlagen und Quellen

Sidney Nik, LL.M., Steuerberater
Über den Autor
Sidney Nik, LL.M.
Steuerberater, Inhaber ANDERSMACHER

Sidney Nik ist Steuerberater mit eigener Kanzlei in Offenbach am Main und Mitglied der Steuerberaterkammer Hessen. Seine Schwerpunkte sind Apotheken, E-Commerce, Mittelstand, Berater für Berater und Problemfälle. Mit docunest entwickelt er Kanzleisoftware. Jeder Beitrag wird vor Veröffentlichung von ihm fachlich geprüft und freigegeben.

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