Glossar / Doppelte Buchführung
Doppelte Buchführung
Die doppelte Buchführung (Doppik) erfasst jeden Geschäftsvorfall auf mindestens zwei Konten, im Soll und im Haben. So entstehen Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung aus derselben Buchungsbasis.
Was ist doppelte Buchführung?
Die doppelte Buchführung, auch Doppik oder kaufmännische Buchführung genannt, bucht jeden Geschäftsvorfall zweifach. Ein Betrag wird auf einem Konto im Soll gebucht und auf einem anderen im Haben. Daraus ergibt sich der Buchungssatz in der Form „Soll an Haben“. Die Summe aller Soll-Buchungen entspricht stets der Summe aller Haben-Buchungen, wodurch sich Fehler leichter finden lassen. Die Grundlagen stehen in den §§ 238 ff. HGB, die Ordnungsvorschriften in § 146 AO und in den GoBD.
Bestandskonten, Erfolgskonten und Kontenrahmen
Bestandskonten zeigen Vermögen und Schulden, etwa Bank, Forderungen oder Verbindlichkeiten und münden in die Bilanz. Erfolgskonten erfassen Erträge und Aufwendungen und münden in die Gewinn- und Verlustrechnung. Der Gewinn wird damit zweifach ermittelt: als Unterschied zwischen Erträgen und Aufwendungen und als Veränderung des Eigenkapitals in der Bilanz. Stimmen beide Ergebnisse überein, spricht das für eine schlüssige Buchführung. Welche Konten es gibt und wie sie nummeriert sind, ordnet der Kontenrahmen, in der Praxis häufig SKR 03 oder SKR 04.
Wann ist sie Pflicht?
Die Buchführungspflicht nach Handels- oder Steuerrecht begründet die Pflicht zur doppelten Buchführung. Kapitalgesellschaften trifft sie immer, andere Unternehmer abhängig von Rechtsform und Größe. Alle anderen dürfen ihren Gewinn mit der einfacheren Einnahmenüberschussrechnung ermitteln, können sich aber freiwillig für die Doppik entscheiden, zum Beispiel für Kreditgespräche. Anders als die Einnahmenüberschussrechnung bildet die Doppik Forderungen, Verbindlichkeiten und Vorräte laufend ab.
Fiktives Beispiel: Ein Händler kauft Ware auf Rechnung für EUR 1.000,00 netto, die Umsatzsteuer beträgt 19 %. Der Buchungssatz lautet: Wareneingang EUR 1.000,00 und Vorsteuer EUR 190,00 an Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen EUR 1.190,00. Soll und Haben betragen jeweils EUR 1.190,00. Bezahlt er die Rechnung später, lautet die Buchung: Verbindlichkeiten an Bank EUR 1.190,00. Erst diese Zahlung berührt das Bankkonto, der Wareneinkauf ist aber schon mit der Rechnung im Aufwand erfasst.
Typische Fehler und Risiken
- Buchungen erfolgen ohne Beleg oder erst Monate später. Das verstößt gegen die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und gegen die GoBD.
- Privatentnahmen und Einlagen werden nicht sauber gebucht. Das Eigenkapital und damit der Gewinn stimmen dann nicht.
- Konten werden falsch zugeordnet, etwa Anschaffungen als laufender Aufwand. Das verfälscht Gewinn und Bilanz.
- Bei einem Wechsel von der Einnahmenüberschussrechnung zur Doppik fehlt die Eröffnungsbilanz oder die Korrektur für noch offene Forderungen und Verbindlichkeiten.
Häufige Fragen
Was bedeutet Soll und Haben?
Was ist der Unterschied zwischen doppelter Buchführung und EÜR?
Brauche ich als GmbH eine doppelte Buchführung?
Wann eine Beratung sinnvoll ist
Eine Beratung ist sinnvoll, wenn Du von der Einnahmenüberschussrechnung auf die Doppik umstellst, Deine Buchhaltung neu organisieren willst oder die Kontenzuordnung unklar ist.
Auch gesucht als: Doppik, kaufmännische Buchführung · Rechtsstand: Oktober 2026, letzte Aktualisierung: 08.10.2026. Allgemeine Information, ersetzt keine Beratung im Einzelfall.