Glossar / Umsatzsteuer-Voranmeldung
Umsatzsteuer-Voranmeldung
Die Umsatzsteuer-Voranmeldung (UStVA) ist die regelmäßige Selbstanmeldung der Umsatzsteuer für einen Monat oder ein Quartal. Du übermittelst sie elektronisch, die Zahllast ist zum gleichen Termin fällig.
Was ist die Umsatzsteuer-Voranmeldung?
Mit der Umsatzsteuer-Voranmeldung, kurz UStVA oder Voranmeldung, ermittelst Du die Umsatzsteuer eines Zeitraums selbst und meldest sie dem Finanzamt. Rechtlich ist sie eine Steueranmeldung nach § 18 UStG. Du setzt Deine steuerpflichtigen Umsätze und die abziehbare Vorsteuer an, die sich ergebende Zahllast ist fällig. Die Voranmeldung ist eine Vorauszahlung auf die Jahressteuer. Nach Jahresende folgt die Umsatzsteuererklärung, die alles zusammenfasst.
Das Finanzamt verlangt die Übermittlung elektronisch nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz, in der Praxis über ELSTER. Eine Papierabgabe ist nur auf Antrag in Härtefällen möglich.
Wer gibt sie ab und bis wann?
Voranmeldungszeitraum ist grundsätzlich das Kalendervierteljahr. War die Steuer des Vorjahres höher als EUR 9.000,00, ist es der Kalendermonat. Liegt sie bei höchstens EUR 2.000,00, kann das Finanzamt Dich von der Pflicht befreien. Für Gründer gelten Sonderregeln.
Abgabe und Zahlung sind bis zum 10. Tag nach Ablauf des Zeitraums fällig. Fällt der Tag auf ein Wochenende oder einen Feiertag, verschiebt sich die Frist auf den nächsten Werktag. Auch bei Fristverlängerung bleibt die Verpflichtung bestehen, nur der Termin ändert sich.
Dauerfristverlängerung und Versteuerungsart
Auf Antrag verlängert das Finanzamt die Abgabe- und Zahlungsfristen um einen Monat (§ 46 UStDV). Wer monatlich anmeldet, muss dafür eine Sondervorauszahlung von einem Elftel der Vorauszahlungen des Vorjahres leisten (§ 47 UStDV). Das Finanzamt kann die Verlängerung versagen oder widerrufen, wenn der Steueranspruch gefährdet erscheint.
Wichtig ist außerdem die Soll- und Ist-Versteuerung. Bei der Soll-Versteuerung meldest Du Umsätze nach den vereinbarten Entgelten an, bei der Ist-Versteuerung nach den vereinnahmten. Davon hängt ab, in welchem Zeitraum Du Umsätze anmeldest. Kennzahlen für Auslandsumsätze und den Vorsteuerabzug musst Du richtig zuordnen.
Fiktives Beispiel: Ein Unternehmer gibt monatlich eine Voranmeldung ab. Für Januar hat er Umsatzsteuer von EUR 4.200,00 und Vorsteuer von EUR 1.700,00. Die Zahllast beträgt EUR 2.500,00. Er übermittelt die Voranmeldung über ELSTER bis zum 10. Februar und zahlt bis dahin. Mit Dauerfristverlängerung hätte er einen Monat länger Zeit. Dafür müsste er einmal im Jahr eine Sondervorauszahlung leisten, die sich nach den Vorauszahlungen des Vorjahres richtet.
Typische Fehler und Risiken
- Die Frist wird versäumt, weil der Termin im Kalender fehlt. Die Folge können Verspätungszuschläge und eine Schätzung sein.
- Die Zahlung geht zu spät ein, obwohl die Voranmeldung rechtzeitig übermittelt wurde. Abgabe und Zahlung sind getrennte Pflichten.
- Ein Vorsteuerabzug wird ohne ordnungsgemäße Rechnung angesetzt. Das Finanzamt kann ihn bei einer Prüfung kürzen.
- Auslandsumsätze oder Reverse-Charge-Fälle landen in der falschen Kennzahl. Das führt zu falschen Zahllasten und Rückfragen.
- Eine Dauerfristverlängerung wird ohne Antrag oder ohne Sondervorauszahlung angenommen. Dann gilt die normale Frist.
Häufige Fragen
Bis wann muss die Umsatzsteuer-Voranmeldung abgegeben werden?
Muss ein Kleinunternehmer eine Umsatzsteuer-Voranmeldung abgeben?
Was ist die Dauerfristverlängerung?
Wann eine Beratung sinnvoll ist
Eine Beratung ist sinnvoll, wenn Du die Voranmeldungen auslagern, die Dauerfristverlängerung beantragen oder nach einem Fehler berichtigen willst.
Auch gesucht als: UStVA, Voranmeldung · Rechtsstand: Oktober 2026, letzte Aktualisierung: 08.10.2026. Allgemeine Information, ersetzt keine Beratung im Einzelfall.