Glossar / Holding
Holding
Eine Holding (Holdinggesellschaft) hält Beteiligungen an anderen Gesellschaften. Gewinnausschüttungen und Veräußerungsgewinne aus Beteiligungen sind bei einer Kapitalgesellschaft zu 95 Prozent steuerfrei.
Was ist eine Holding?
Eine Holding ist eine Gesellschaft, die Anteile an anderen Unternehmen hält und verwaltet. Man spricht auch von Holdinggesellschaft oder Holdingstruktur, wenn mehrere Gesellschaften unter einer Muttergesellschaft zusammengefasst sind. Eine Holding kann nur Beteiligungen halten, etwa als vermögensverwaltende GmbH, oder zusätzlich die Tochtergesellschaften führen. Meist ist sie eine GmbH oder UG.
Steuerliche Wirkung: das Schachtelprivileg
Das Schachtelprivileg nach § 8b KStG bleibt der Kern der steuerlichen Betrachtung. Dividenden einer Kapitalgesellschaft an eine andere Kapitalgesellschaft bleiben bei der Einkommensermittlung außer Ansatz. Dasselbe gilt für Gewinne aus der Veräußerung von Anteilen. Pauschal gelten 5 Prozent als nicht abziehbare Betriebsausgaben, sodass 95 Prozent steuerfrei bleiben.
Eine wichtige Ausnahme betrifft Streubesitz: Liegt die Beteiligung zu Beginn des Kalenderjahres unter 10 Prozent, sind Dividenden steuerpflichtig (§ 8b Abs. 4 KStG). Für die Gewerbesteuer sieht § 9 Nr. 2a GewStG eine Kürzung bei einer Beteiligung von mindestens 15 Prozent zu Beginn des Erhebungszeitraums vor.
Wann kommt eine Holding in Betracht?
Eine Holding kann sinnvoll sein, wenn Gewinne im Unternehmensverbund bleiben sollen, um sie dort zu reinvestieren, Beteiligungen zu bündeln oder eine Nachfolge vorzubereiten. Sobald Gewinne an den Gesellschafter als Privatperson ausgeschüttet werden, fällt dort wieder Steuer an. Die Wirkung hängt von Beteiligungsquote, Ausgestaltung und Zweck ab. Verwandt sind Themen wie die Organschaft und die Ausschüttung von Gewinnen.
Dieser Eintrag erklärt nur den Begriff. Berechnungen und Gestaltungsfragen sind Sache der Einzelfallprüfung und einer ausführlichen Beratung.
Fiktives Beispiel: Die Muster-Holding GmbH hält 100 Prozent an der Betriebs-GmbH. Diese schüttet EUR 200.000,00 an die Holding aus. Davon bleiben 95 Prozent, also EUR 190.000,00, steuerfrei. Die übrigen 5 Prozent, EUR 10.000,00, gelten als nicht abziehbare Betriebsausgaben und werden versteuert. Bei einer Gesamtbelastung von rund 30 Prozent entstehen darauf etwa EUR 3.000,00 Steuer. Die Holding kann den Rest, rund EUR 197.000,00, in neue Beteiligungen investieren. Schüttet sie später an die Gesellschafter aus, besteuert dies deren Ebene gesondert.
Typische Fehler und Risiken
- Mindestbeteiligung übersehen: Unter 10 Prozent Beteiligung zu Jahresbeginn entfällt die Steuerbefreiung für Dividenden, unter 15 Prozent die gewerbesteuerliche Kürzung.
- Pauschale 5 Prozent vergessen: Das Schachtelprivileg ist keine vollständige Steuerfreiheit. Planungen mit 100 Prozent Freistellung sind fehlerhaft.
- Verluste: Wertminderungen und Verluste aus Anteilen sind bei Kapitalgesellschaften grundsätzlich nicht abziehbar.
- Doppelte Ebene: Die Steuer auf Ausschüttungen an die Gesellschafter fällt später dennoch an. Eine Holding verschiebt Steuer nur, wenn Gewinne in der Struktur verbleiben.
- Zusätzlicher Aufwand: Eine weitere Gesellschaft verursacht Kosten für Gründung, Buchführung und Jahresabschluss. Das muss zur Größe des Vorhabens passen.
Häufige Fragen
Was ist eine Holding einfach erklärt?
Welche steuerlichen Vorteile hat eine Holding?
Wann ist eine Holding nicht sinnvoll?
Wann eine Beratung sinnvoll ist
Eine Beratung ist sinnvoll, bevor Anteile in eine Holding eingebracht oder übertragen werden, weil Reihenfolge, Bewertung und Beteiligungsquote steuerliche Folgen haben.
Auch gesucht als: Holdinggesellschaft, Holdingstruktur · Rechtsstand: Oktober 2026, letzte Aktualisierung: 08.10.2026. Allgemeine Information, ersetzt keine Beratung im Einzelfall.