Glossar / Jahresabschluss
Jahresabschluss
Der Jahresabschluss fasst das Ergebnis eines Geschäftsjahres zusammen. Er besteht aus Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung, bei Kapitalgesellschaften zusätzlich aus dem Anhang.
Was gehört zum Jahresabschluss?
Der Jahresabschluss, im Alltag auch kurz Abschluss oder Bilanz und GuV genannt, ist die Rechnungslegung zum Ende eines Geschäftsjahres. Nach § 242 HGB besteht er aus der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung. Kapitalgesellschaften wie die GmbH erweitern ihn nach § 264 HGB um einen Anhang. Einen Lagebericht müssen kleine Kapitalgesellschaften nicht aufstellen. Grundlage ist die laufende Buchführung mit einer ordnungsgemäßen Inventur.
Aufstellung, Feststellung und Offenlegung
Kapitalgesellschaften müssen den Jahresabschluss in den ersten drei Monaten nach dem Geschäftsjahresende aufstellen. Kleine Gesellschaften dürfen sich bis zu sechs Monate Zeit lassen, wenn das einem ordnungsmäßigen Geschäftsgang entspricht. Bei der GmbH beschließen die Gesellschafter nach § 42a GmbHG spätestens innerhalb von acht Monaten über die Feststellung, bei kleinen Gesellschaften innerhalb von elf Monaten. Außerdem muss der festgestellte Abschluss spätestens ein Jahr nach dem Abschlussstichtag beim Unternehmensregister offengelegt werden. Wer die Offenlegung versäumt, riskiert nach § 335 HGB ein Ordnungsgeld von EUR 2.500,00 bis EUR 25.000,00. Bei kleinen Gesellschaften sind Ermäßigungen möglich.
Bedeutung für die Steuer
Der handelsrechtliche Jahresabschluss ist Ausgangspunkt der Steuerbilanz und damit der Gewinnermittlung. Er wird dem Finanzamt als E-Bilanz elektronisch übermittelt. Auch Banken verlangen ihn häufig als Nachweis der Kreditwürdigkeit. Wer nicht bilanziert, erstellt statt eines Jahresabschlusses eine Einnahmenüberschussrechnung.
Fiktives Beispiel: Eine kleine GmbH hat das Kalenderjahr als Geschäftsjahr. Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2026 muss grundsätzlich bis zum 31. März 2027 aufgestellt sein. Entspricht es dem ordnungsmäßigen Geschäftsgang, kann die Aufstellung bis zum 30. Juni 2027 dauern. Die Gesellschafter beschließen die Feststellung bis zum 30. November 2027. Offenlegen muss die Gesellschaft den Abschluss spätestens bis zum 31. Dezember 2027.
Typische Fehler und Risiken
- Die Offenlegung wird vergessen oder verspätet. Das Bundesamt für Justiz leitet dann ein Ordnungsgeldverfahren ein.
- Der Gesellschafterbeschluss zur Feststellung fehlt oder wird zu spät gefasst. Das hat Folgen für Gewinnausschüttungen und Offenlegung.
- Handels- und Steuerbilanz werden nicht abgestimmt. Die E-Bilanz enthält dann widersprüchliche Angaben.
- Der Abschluss wird ohne saubere Inventur und Abgrenzungen aufgestellt. Fehler in Bestandsbewertung oder Rückstellungen verfälschen das Ergebnis.
Häufige Fragen
Woraus besteht ein Jahresabschluss?
Bis wann muss der Jahresabschluss einer GmbH fertig sein?
Brauche ich als Einzelunternehmer einen Jahresabschluss?
Wann eine Beratung sinnvoll ist
Eine Beratung ist sinnvoll, wenn Du erstmals einen Jahresabschluss für Deine GmbH brauchst, Fristen einhalten musst oder die Einstufung als kleine Gesellschaft klären willst.
Auch gesucht als: Abschluss, Bilanz und GuV · Rechtsstand: Oktober 2026, letzte Aktualisierung: 08.10.2026. Allgemeine Information, ersetzt keine Beratung im Einzelfall.