Glossar / YouTube-Einnahmen
YouTube-Einnahmen
YouTube-Einnahmen sind Erlöse aus dem YouTube-Partnerprogramm, etwa Werbeanteile, Kanalmitgliedschaften und Super Chats. Steuerlich sind sie in der Regel gewerbliche Einkünfte, umsatzsteuerlich läuft die Abrechnung mit Google meist im Reverse-Charge-Verfahren.
Wie werden YouTube-Einnahmen besteuert?
Wer mit einem YouTube-Kanal regelmäßig und mit Gewinnabsicht Geld verdient, erzielt in der Regel Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§ 15 EStG). Eine freiberufliche, künstlerische Tätigkeit erkennt das Finanzamt bei Creatorn nur in Ausnahmefällen an. Das bedeutet: Gewerbeanmeldung, Gewinnermittlung meist per Einnahmenüberschussrechnung und Gewerbesteuer, wobei Einzelunternehmer einen Freibetrag von EUR 24.500,00 auf den Gewerbeertrag haben.
Zu den Einnahmen zählen nicht nur die Auszahlungen von Google. Auch Kooperationen mit Marken, Affiliate-Provisionen und Produkte, die Du für Videos erhältst und behalten darfst, gehören dazu. Solche Sachleistungen sind mit ihrem Wert als Betriebseinnahme zu erfassen.
Umsatzsteuer: Abrechnung mit Google Ireland
Dein Vertragspartner im Partnerprogramm ist für Creator in Deutschland Google Ireland Limited. Bei sonstigen Leistungen an einen Unternehmer liegt der Leistungsort dort, wo der Empfänger sitzt (§ 3a Abs. 2 UStG). Die Werbeerlöse sind deshalb in Deutschland nicht steuerbar, die irische Umsatzsteuer schuldet Google im Reverse-Charge-Verfahren. Du meldest die Umsätze trotzdem in der Umsatzsteuer-Voranmeldung und zusätzlich über die Zusammenfassende Meldung, dafür brauchst Du eine deutsche USt-IdNr.
Anders ist es bei Kooperationen mit deutschen Unternehmen: Hier stellst Du eine normale Rechnung mit deutscher Umsatzsteuer, sofern Du nicht die Kleinunternehmerregelung nutzt. Sie setzt voraus, dass Dein Umsatz im Vorjahr höchstens EUR 25.000,00 betragen hat und im laufenden Jahr EUR 100.000,00 nicht übersteigt.
US-Quellensteuer auf Aufrufe aus den USA
Google behält auf den Teil Deiner Einnahmen, der auf Zuschauer in den USA entfällt, US-Quellensteuer ein. Hinterlegst Du in AdSense keine Steuerangaben, kann Google bis zu 24 % Deiner gesamten Einnahmen einbehalten. Mit dem Formular W-8BEN und der Berufung auf das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und den USA lässt sich der Einbehalt deutlich verringern. Prüfe die Angaben im Steuerprofil deshalb gleich zu Beginn.
Fiktives Beispiel: Ein Creator aus Offenbach erhält im Jahr EUR 18.000,00 aus dem YouTube-Partnerprogramm und EUR 9.000,00 netto aus Kooperationen mit deutschen Marken. Die Google-Erlöse meldet er als nicht steuerbare Leistung in Voranmeldung und Zusammenfassender Meldung. Für die Kooperationen weist er 19 % Umsatzsteuer aus, also EUR 1.710,00. Ertragsteuerlich erklärt er alle EUR 27.000,00 als Betriebseinnahmen und zieht Kamera, Software und Studiokosten als Betriebsausgaben ab.
Typische Fehler und Risiken
- Der Kanal wird als Hobby behandelt, obwohl längst regelmäßig Geld fließt. Nicht erklärte Einnahmen fallen spätestens bei einer Prüfung auf.
- Auf die Google-Gutschriften wird deutsche Umsatzsteuer angesetzt oder die Zusammenfassende Meldung unterbleibt.
- Behaltene Produkte aus Kooperationen werden nicht als Einnahme erfasst.
- Im AdSense-Konto fehlen die Steuerangaben, sodass Google mehr US-Quellensteuer einbehält als nötig.
Häufige Fragen
Ab wann muss ich YouTube-Einnahmen versteuern?
Muss ich auf die Auszahlungen von Google Umsatzsteuer zahlen?
Brauche ich ein Gewerbe für meinen YouTube-Kanal?
Wann eine Beratung sinnvoll ist
Eine Beratung ist sinnvoll, bevor Du den Kanal anmeldest, wenn erste Kooperationen anstehen oder wenn Deine Einnahmen so wachsen, dass die Kleinunternehmerregelung wegfällt. Wir ordnen Einkunftsart, Umsatzsteuer und Meldepflichten für Dich ein.
Auch gesucht als: YouTuber Steuern, Influencer Steuern, YouTube-Partnerprogramm, AdSense · Rechtsstand: Oktober 2026, letzte Aktualisierung: 09.10.2026. Allgemeine Information, ersetzt keine Beratung im Einzelfall.