ANDERSMACHER
Termin vereinbaren

Glossar / Steuerberater

GLOSSAR · STEUERBERATUNG & KANZLEI

Steuerberater

Rechtsstand: Oktober 2026
von Steuerberater Sidney Nik, LL.M.

Ein Steuerberater berät und vertritt Mandanten in Steuersachen und hilft bei deren steuerlichen Pflichten. Der Beruf ist ein freier Beruf mit Prüfung, Kammerpflicht und Berufshaftpflicht.

Was bedeutet Steuerberater?

Der Steuerberater übt einen freien Beruf aus, dessen Grundlage das Steuerberatungsgesetz (StBerG) ist. Er berät und vertritt Mandanten in Steuersachen und hilft bei der Erfüllung ihrer steuerlichen Pflichten. Dazu gehören auch die Hilfe in Steuerstrafsachen und bei Buchführungspflichten sowie die Erstellung steuerlich relevanter Abschlüsse (§ 33 StBerG). Bestellt wird nur, wer die Steuerberaterprüfung bestanden hat oder davon befreit ist (§ 35 StBerG).

Berufsangehörige gehören einer Steuerberaterkammer an und müssen eine Berufshaftpflichtversicherung unterhalten (§ 67 StBerG). Diese Absicherung schützt auch Dich als Mandant, wenn ein Vermögensschaden entsteht.

Aufgaben und Vorbehaltsaufgaben

Zu den klassischen Aufgaben zählen die Einkommensteuererklärung, die betrieblichen Steuererklärungen, die laufende Finanz- und Lohnbuchhaltung und der Jahresabschluss. Hinzu kommen die Prüfung von Steuerbescheiden, der Einspruch, die Vertretung vor den Finanzgerichten und die Begleitung bei Betriebsprüfungen. Auch Beratung bei Gründung, Rechtsformwahl, Nachfolge und Umstrukturierung gehört dazu.

Vorbehaltsaufgaben sind Tätigkeiten, die nur befugten Personen erlaubt sind, vor allem die geschäftsmäßige Hilfeleistung in Steuersachen. Befugt sind neben Steuerberatern etwa Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer (§ 3 StBerG). Ausnahmen gelten unter anderem für Buchhalter: Sie dürfen unter bestimmten Voraussetzungen Kontenpläne anlegen, laufende Geschäftsvorfälle buchen und laufende Lohnabrechnungen sowie Lohnsteuer-Anmeldungen erstellen (§ 6 Nr. 1 StBerG).

Kosten und Zusammenarbeit

Die Vergütung richtet sich nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV), soweit nichts anderes vereinbart wird. Was ein Mandat kostet, hängt von Umfang, Gegenstandswert und Aufwand ab. Eine erste Orientierung zu den Kosten gibt der Honorarrechner. Klare Absprachen zu Leistungsumfang und Honorar vermeiden Streit.

Gute Zusammenarbeit beginnt mit vollständigen Unterlagen und festen Terminen. So können Fristen eingehalten und Gestaltungsmöglichkeiten rechtzeitig genutzt werden.

Fiktives Beispiel: Ein Unternehmer erhält am 10. Februar einen Einkommensteuerbescheid mit einer Nachzahlung von EUR 8.400,00. Er hält die Schätzung einer Einnahme für falsch. Der Bescheid gilt am 13. Februar als bekanntgegeben, die Einspruchsfrist endet einen Monat später am 13. März. Sein Steuerberater prüft die Unterlagen, legt fristgerecht Einspruch ein und fügt Belege bei. Das Finanzamt ändert den Bescheid, die Nachzahlung sinkt auf EUR 5.100,00. Ohne den rechtzeitigen Einspruch wäre der Bescheid bestandskräftig geworden.

Typische Fehler und Risiken

  • Der Auftrag wird nicht klar abgegrenzt. Was der Steuerberater übernimmt und was Du selbst liefern musst, bleibt offen und Fristen werden übersehen.
  • Unterlagen kommen zu spät oder unvollständig. Dann können Erklärungen nicht fristgerecht erstellt werden und Verspätungszuschläge drohen.
  • Es wird ohne Berechtigung geschäftsmäßig Hilfe in Steuersachen angeboten oder in Anspruch genommen. Die Hilfeleistung ist grundsätzlich befugten Personen vorbehalten.
  • Honorar und Leistung werden nicht schriftlich vereinbart. Dann gilt die StBVV und Überraschungen bei der Rechnung sind wahrscheinlicher.
  • Der Steuerberater wird erst spät einbezogen, etwa erst nach einem Bescheid oder einer Prüfungsanordnung. Gestaltungsspielräume sind dann oft verloren.

Häufige Fragen

Was darf nur ein Steuerberater? ▼
Die geschäftsmäßige Hilfeleistung in Steuersachen ist grundsätzlich befugten Personen vorbehalten, etwa Steuerberatern, Rechtsanwälten und Wirtschaftsprüfern. Buchhalter dürfen unter Voraussetzungen laufende Buchführung und Lohnabrechnungen übernehmen. Die steuerliche Beratung bleibt den Berufsträgern vorbehalten.
Was kostet ein Steuerberater? ▼
Das hängt von Art, Umfang und Gegenstandswert der Leistung ab. Die Grundlage bildet die StBVV, soweit nichts anderes vereinbart ist. Eine erste Orientierung gibt Dir der Honorarrechner. Ein verbindliches Angebot ist erst nach Klärung des Mandatsumfangs möglich.
Brauche ich als Unternehmer einen Steuerberater? ▼
Eine allgemeine Pflicht gibt es nicht. Du kannst Erklärungen selbst abgeben. Bei Bilanzierung, Umsatzsteuer, Lohn oder Gestaltungsfragen ist die Fehleranfälligkeit aber hoch. Ein Steuerberater kann Fristen überwachen und Risiken früh erkennen.

Wann eine Beratung sinnvoll ist

Eine Beratung ist sinnvoll, wenn Du gründest, Mitarbeiter einstellst, Deine Rechtsform wechselst oder einen Bescheid angreifen willst. Je früher die Einbindung erfolgt, desto größer ist der Gestaltungsspielraum.

Auch gesucht als: Aufgaben, Kosten, Vorbehaltsaufgaben · Rechtsstand: Oktober 2026, letzte Aktualisierung: 09.10.2026. Allgemeine Information, ersetzt keine Beratung im Einzelfall.

VERWANDTE BEGRIFFE
Mehr dazu im Blog
Hinweis- und Warnpflicht nach § 102 StaRUG: Wann Steuerberater bei Insolvenzreife haften
Mehr dazu im Blog
Vorausgefüllt heißt nicht erledigt: Warum die automatische Steuererklärung Dich nicht vom Berater befreit
Passendes Werkzeug
Honorarrechner
Passende Spezialisierung
Spezialisierung: Berater für Berater
Sidney Nik, LL.M., Steuerberater
Über den Autor
Sidney Nik, LL.M.
Steuerberater, Inhaber ANDERSMACHER

Sidney Nik ist Steuerberater mit eigener Kanzlei in Offenbach am Main und Mitglied der Steuerberaterkammer Hessen. Seine Schwerpunkte sind Apotheken, E-Commerce, Mittelstand, Berater für Berater und Problemfälle. Mit docunest entwickelt er Kanzleisoftware. Jeder Beitrag wird vor Veröffentlichung von ihm fachlich geprüft und freigegeben.

Zum Profil von Sidney Nik →