Glossar / Umsatzsteuersätze
Umsatzsteuersätze
In Deutschland gelten der Regelsteuersatz von 19 % und der ermäßigte Steuersatz von 7 %. Welcher Satz zutrifft, hängt von der konkreten Lieferung oder Leistung ab, nicht von Deiner Branche.
Welche Umsatzsteuersätze gibt es?
Der Umsatzsteuersatz bestimmt, wie hoch die Umsatzsteuer auf einen steuerpflichtigen Umsatz ist. Nach § 12 Abs. 1 UStG gilt der Regelsteuersatz von 19 Prozent des Entgelts. Für bestimmte Umsätze gilt nach § 12 Abs. 2 UStG der ermäßigte Steuersatz von 7 Prozent. Daneben gibt es steuerfreie Umsätze und für bestimmte Photovoltaiklieferungen einen Steuersatz von 0 % (§ 12 Abs. 3 UStG).
Fachlich heißen die beiden Sätze Regelsteuersatz und ermäßigter Steuersatz. Das Gesetz zählt die Fälle des ermäßigten Satzes einzeln auf. Maßgeblich ist immer die konkrete Leistung, nicht die Branche des Unternehmers.
Welche Leistungen sind ermäßigt?
Zum ermäßigten Steuersatz gehören unter anderem die Waren der Anlage 2 zum UStG, etwa viele Lebensmittel und Bücher, kulturelle Leistungen wie Theater- und Konzertbesuche, die Beförderung von Personen im Nahverkehr, die kurzfristige Beherbergung und E-Books. Für Restaurant- und Verpflegungsleistungen ohne Abgabe von Getränken gilt der ermäßigte Satz nach § 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG seit dem 1. Januar 2026.
Die Abgrenzung ist in der Praxis oft schwierig, etwa bei Mischleistungen oder Waren mit zusätzlichem Nutzen. Prüfe den Einzelfall, bevor Du ein neues Produkt in den Verkauf nimmst.
Der Steuersatz in der Rechnung
Der Steuersatz gehört zu den Pflichtangaben jeder Rechnung. Weist Du einen zu hohen Satz aus, schuldest Du den Mehrbetrag nach § 14c UStG, bis Du die Rechnung berichtigst. Ein zu niedriger Satz führt zu einer Nachzahlung bei Dir. Dein Kunde kann nur die ausgewiesene Vorsteuer abziehen.
Bei grenzüberschreitenden Verkäufen an Privatkunden in der EU können die Steuersätze anderer Länder maßgeblich sein. Diese Sätze weichen zum Teil deutlich von den deutschen ab.
Fiktives Beispiel: Ein Buchhändler verkauft ein Buch für EUR 25,00 brutto. Bücher unterliegen dem ermäßigten Steuersatz, der Preis enthält 7 % Umsatzsteuer. Der Nettobetrag liegt bei EUR 23,36, die Umsatzsteuer bei EUR 1,64. Verkauft er dagegen eine Handyhülle für EUR 25,00 brutto, gilt der Regelsteuersatz von 19 %: Die Umsatzsteuer beträgt EUR 3,99, der Nettobetrag EUR 21,01. Rechnet er die Handyhülle versehentlich mit 7 % ab, fehlen ihm EUR 2,35 je Stück an abgeführter Steuer.
Typische Fehler und Risiken
- Eine Mischleistung wird einheitlich mit 7 % abgerechnet, obwohl Teile dem Regelsteuersatz unterliegen. Bei einer Prüfung fällt die Differenz auf.
- Das Sortiment ändert sich, ohne dass der Steuersatz neu geprüft wird. Neue Produkte können einen anderen Satz haben.
- Die Kasse oder Fakturierung ist auf den Stand vor dem 1. Januar 2026 eingestellt. Restaurantleistungen ohne Getränke gelten seitdem als ermäßigt, Getränke bleiben beim Regelsteuersatz.
- Bei Verkäufen an Privatkunden in anderen EU-Staaten wird der deutsche Satz angewandt, obwohl dort ein anderer Satz maßgeblich ist.
Umsatzsteuer in der Apotheke
Arzneimittel unterliegen grundsätzlich dem Regelsteuersatz von 19 %. Das gilt auch für die Abgabe an gesetzlich Versicherte, die Umsatzsteuer ist Teil des Abgabepreises nach der Arzneimittelpreisverordnung. Für einzelne Waren aus dem Randsortiment, etwa bestimmte Lebensmittel, kann der ermäßigte Satz von 7 % gelten. Die richtige Zuordnung der Steuersätze im Warenwirtschaftssystem gehört deshalb zu jeder sauberen Kassenführung in der Apotheke.
Häufige Fragen
Wie hoch sind die Umsatzsteuersätze in Deutschland?
Was passiert, wenn ich den falschen Steuersatz in der Rechnung angebe?
Gelten 7 Prozent auch in der Gastronomie?
Wann eine Beratung sinnvoll ist
Eine Beratung ist sinnvoll, wenn Du bei einem Produkt oder einer Mischleistung unsicher bist, welcher Satz gilt, oder wenn das Finanzamt einen anderen Satz ansetzen will.
Auch gesucht als: 19 Prozent, 7 Prozent, Regelsteuersatz, ermäßigter Steuersatz · Rechtsstand: Oktober 2026, letzte Aktualisierung: 10.10.2026. Allgemeine Information, ersetzt keine Beratung im Einzelfall.